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Grabstein - Judentum Mazevot

Grabsteine erinnern mit ihren Inschriften an das Leben der Verstorbenen. So ist auf christlichen Grabsteinen neben dem Namen des Toten zumeist auch das Geburts- und Sterbedatum ersichtlich. Häufig finden sich auch verschiedenste sinnträchtige Symbole auf den kunstvoll gemeißelten Grabsteinen wieder. Sie sollen Hoffnung und Liebe zur verstorbenen Person zum Ausdruck bringen und den Toten schützen. So unterschiedlich beide Religionen auch sein mögen, jüdische Grabsteine unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von christlichen. Auch der im Judentum Mazevot genannte Grabstein ist gewöhnlich mit unterschiedlichen Sinnbildern versehen. Segnende Hände gehören dabei zu den am häufigsten verwendeten Symbol-Elementen. Oftmals stellt die verwendete Symbolik aber auch einen direkten Bezug zu Leben und Person des Verstorbenen her. 


Ein Merkmal, das den jüdischen Grabstein jedoch ganz erheblich vom christlichen unterscheidet, ist die Platzierung der angebrachten Inschriften. Beim jüdischen Grabstein sind diese sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite zu finden. Die Inschriften selbst sind in der Regel zweisprachig gehalten. Gewöhnlich findet sich auf der Vorderseite eine Inschrift auf Hebräisch und auf der Rückseite die Übersetzung in die entsprechende Landessprache. Auch wird auf dem Grabstein nicht nur der Name des Toten selbst vermerkt, sondern auch der Name seines Vaters. Gerade diese Art der Familiendokumentation erweist sich immer wieder als unschätzbarer Vorteil für die genealogische Forschung.

Ein weiterer Unterschied zur christlichen Bestattungspraxis: Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts galt in der jüdischen Friedhofskultur die Ansicht, dass der Tod alle Menschen gleichmacht. Ausdruck fand diese Überzeugung vor allem in der Gestaltung der Grabsteine. Diese wurden – der Gleichheit der Toten entsprechend – ebenfalls gleichförmig gehalten. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts orientierte man sich bei der Gestaltung der Grabstätten an christlichen Friedhöfen und ging zur individuellen, oft auch prunkvollen Gestaltung der Grabsteine über.

Auf jüdischen Friedhöfen, die auch „Haus der Gräber“ oder „guter Ort“ genannt werden, ist ausschließlich die Erdbestattung üblich, die so schnell wie möglich nach dem Eintreten des Todes durchzuführen ist. Auch gilt in der jüdischen Friedhofskultur die dauerhafte Totenruhe als absolut unantastbar. So werden jüdische Gräber zu keiner Zeit eingeebnet. Alle Grabsteine bleiben bestehen. Ist der Friedhof komplett belegt, werden alte Gräber mit einer neuen Erdschicht belegt, die Platz für einen weiteren Bestattungsort bietet. Die Toten werden also übereinander bestattet. Besonders eindrucksvoll ist diese Bestattungspraxis auf dem alten jüdischen Friedhof der Stadt Prag zu sehen. Grund für die absolute Unantastbarkeit der Totenruhe ist der jüdische Glaube an die Wiederauferstehung nach dem Erscheinen des Messias.

Im jüdischen Glauben macht die Nähe zu den Toten unrein. Nach dem Besuch des „guten Ortes“ wäscht man sich daher die Hände. Blumen als Schmuck für das Grab kommen in der jüdischen Begräbniskultur nicht zum Einsatz. Als Gabe an die Toten hinterlassen die Besucher kleine Steine auf Grabplatte oder Grabstein. Die Gräber selbst werden dem Bewuchs mit Gras und Efeu überlassen.